Betriebstemperaturen/Drücke

Die zulässigen Betriebsdrücke ändern sich in Abhängigkeit von der Betriebstemperatur, sind aber in erster Linie abhängig von der Verbindungsart. Die in "normalen" Hausinstallationen zu erwartenden Temperaturen sind praktisch ohne Einfluss auf die mechanischen Eigenschaften der Kupferrohre. Eine Betriebstemperatur von 250°C sollte allerdings nicht überschritten werden.
Weichgelötete Kupferrohrleitungen können bis zu einer Temperatur von 110 °C dauerbelastet werden. Eine kurzzeitige überschreitung dieser Temperatur (Störfall) hat keinen negativen Einfluss auf die Dichtheit/Festigkeit. Bei höheren Betriebstemperaturen kann hartgelötet, geschweißt, geklemmt oder gepresst (mit geeignetem Dichtelement !) werden. Rohre, die werkseitig mit einem Kunststoff-Stegmantel umhüllt oder wärmegedämmt sind, können Betriebstemperaturen bis 100 °C ausgesetzt werden. Bei Solaranlagen können im Bereich des Kollektors höhere Temperaturen auftreten. Dies ist bei der Planung und Ausführung zu beachten.

Die Berechnung der zulässigen Betriebsdrücke und der erforderlichen Wanddicken erfolgt nach den AD2000-Merkblättern B0 "Berechnung von Druckbehältern" und B1 "Zylinder und Kugelschalen unter innerem überdruck".
Details hierzu können dem Informationsdruck "i.158 - Die´fachgerechte Kupferrohr-Installation" entnommen werden.

Kapillarlötfittings mit Gütezeichen und DVGW-Zeichen sind bauteilgeprüft. Zulässige Betriebsdrücke der Verbindungsstellen - je nach Lotart, Betriebstemperatur und Abmessung - sind in DIN EN 1254-1 festgelegt und erfassen in vollem Umfang die üblichen Betriebsbedingungen der Haustechnik. Für die Anwendung bei höheren Betriebsdrücken und höheren Betriebstemperaturen oder bei industrieller Anwendung empfiehlt DIN EN 1254 Hinweise der Fittings- und Lothersteller einzuholen.

Eine fachgerecht ausgeführte Weichlötverbindung ist dicht und hält hohen Drücken stand. Bei einem Berstdruckversuch mit 280 bar riss das Rohr und nicht die Lötnaht.

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