Löten - Arbeitsweisen

Lötvorbereitungen

Die Lötflächen der Rohrenden und Fittings sind metallisch blank (schmutz- und oxidfrei) zu machen. Für das Reinigen sind metallfreie Reinigungsvliese, Schmirgelleinen (Körnung 240 oder feiner) oder Ring- und Rundbürsten mit Drahtborsten geeignet. Reinigungsbedingte Rückstände sind zu entfernen.

Beim Weich- und Hartlöten von Kupferohren mit Fittings wird die Kapillarlöttechnik angewandt. Das heißt: Der Lötspalt muss gleichmäßig und so eng sein, dass ein Kapillareffekt möglich ist und das Lot auch gegen die Schwerkraft in den Spalt eindringt. Dies ist bei Verwendung von Installationsrohren nach EN 1057 in Verbindung mit Lötfittings nach EN 1254 infolge der aufeinander abgestimmten Maßtoleranzen gegeben.

Die Durchmesserdifferenz zwischen Innen- und Außenlötende beträgt minimal 0,02 mm und maximal 0,3 mm bis zu einem Außendurchmesser von 54 mm, bei darüberliegenden Abmessungen maximal 0,4 mm. Daraus ergibt sich bei zentrischer Lage des Außenlötendes im Innenlötende eine Lötspaltbreite von 0,01 bis 0,2 mm. Die Lötbohrung darf zur Rohrachse nicht versetzt sein und muss einen über die gesamte Überlappungslänge gleichmäßigen Lötspalt sicherstellen. Die fachgerechte Vorbereitung und Durchführung der Lötung ist von wesentlichem Einfluss auf die spätere Betriebssicherheit der Anlage.

 

Löten - Flussmittel
Beim Weichlöten ist immer Flussmittel zu verwenden; beim Hartlöten von Kupfer/Kupfer mit Kupfer-Phosphorloten ist kein Flussmittel notwendig, da das Phosphor als Flussmittel wirkt. Werden jedoch Bauteile aus Kupfer mit solchen aus Messing oder Rotguss durch Löten miteinander verbunden, ist ein Hartlöt-Flussmittel zu verwenden (siehe auch: Lote, Flussmittel und Schweißzusätze).

 Ein überhitzen des Flussmittels beim Lötvorgang ist zu vermeiden, da es sonst unwirksam wird. Wichtig ist, dass das Flussmittel nur dünn auf das Außenlötende des Rohres oder des Fittings aufgestrichen wird, damit nicht mehr als nur ein geringer, technisch nahezu unvermeidbarer Anteil des Flussmittels ins Leitungsinnere gelangt. Dieser Anteil wird jedoch bei Weichlöt-Flussmitteln nach DVGW-Arbeitsblatt GW 7 durch Spülen wieder entfernt.

Von den Außenoberflächen sollten Flussmittelreste aus optischen Gründen nach dem Löten entfernt werden, um die Bildung grüner Korrosionsprodukte zu vermeiden. Dies Entfernen kann bei Weichlöt-Flussmitteln z. B. mit einem feuchten Lappen erfolgen, bei Hartlöt-Flussmitteln aufgrund ihres glasurartigen Charakters z. B. mit einer Messingbürste. Erfahrungsgemäß haben nicht entfernte Flussmittel jedoch keinen Einfluss auf die Betriebsicherheit einer Installation

 

Löten - Weichlöten
Weichlötverbindungen dürfen in Kalt- und Warmwasser- sowie in Heizungsleitungen mit Betriebstemperaturen bis zu 110 °C eingesetzt werden. Gas-, Flüssiggas- und Ölleitungen dürfen nicht weich gelötet werden. Nach Herstellerangaben sind auch Kupferrohre für Flächenheizungen durch Hartlöten zu verbinden.
Für Trinkwasser-Installationen dürfen nur die Weichlote nach DVGW-Arbeitsblatt GW 2 verwendet werden Lote, Flussmittel und Schweißzusätze. Für andere Installationen (z. B. Heizung) ist die Verwendung dieser Lote aus Gründen der Vereinfachung und zur Vermeidung von Verwechslungen dringend zu empfehlen.

Weichlötverbindungen sind immer mit Flussmitteln auszuführen. Das Weichlot ist ohne unmittelbare Flammeneinwirkung an der auf Löttemperatur erwärmten Lötstelle aufzuschmelzen. Anschließend ist nach dem Erkalten die Lötstelle mit einem feuchten Tuch von überschüssigem Flussmittel zu reinigen. Erfahrungsgemäß haben nicht entfernte Flussmittel jedoch keinen Einfluss auf die Betriebsicherheit der Installation.

Der Einsatz einer Weichlotpaste (Gemenge aus pulverisiertem Weichlot und Flussmittel) vereinfacht die richtige Dosierung von Flussmittel und zeigt dem Verarbeiter durch die farbliche Veränderung der Paste von grau nach silbrig (Schmelzen des Lotes) die richtige Arbeitstemperatur an. Wie Flussmittel wird die Weichlotpaste nur dünn auf das Außenlötende (und nicht zusätzlich in den Fitting!) aufgebracht. Nach dem Erreichen der Arbeitstemperatur muss zusätzlich zur Paste ein Festlot gleicher Zusammensetzung zugeführt werden, um die ausreichende Füllung des Kapillarspaltes zu erreichen.

 

Löten - Hartlöten
Für hartgelötete Trinkwasser- Installationen (nur größer 28 mm erlaubt) müssen Hartlote nach DVGW-Arbeitsblatt GW 2 verwendet werden (s. o.). Für andere Installationen (z. B. Heizung) ist die Verwendung dieser Lote aus Gründen der Vereinfachung und zur Vermeidung von Verwechslungen dringend zu empfehlen.
Im Gegensatz zum Weichlöten werden beim Hartlöten nicht immer Flussmittel verwendet (s. o.) und die Lotzufuhr erfolgt in der Streuflamme der kirschrot glühenden Werkstücke. Vom Markt werden auch hoch silberhaltige Hartlotstäbe angeboten, die mit Flussmittel umhüllt sind. Diese Flussmittelmenge reicht bei größeren Rohrabmessungen nicht aus. Für eine fachgerechte Hartlötverbindung mit diesen Stäben muss dann die Verbindungsstelle zusätzlich - durch dünnes Auftragen des Flussmittels auf das Rohrende - mit Flussmittel versehen werden.

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